Auf dieser Website erhalten Sie Informationen über laufende Aktivitäten sowie Auskünfte zu meiner Person und meinen Arbeiten auf den Gebieten

  • der Bildenden Kunst,
  • der Literatur und
  • der Sozialwissenschaften.

 

Nächste Termine:

Commedia Divina: Inferno, Purgatorio, Paradiso
Villa Ichon
Goetheplatz 4, 28203 Bremen
16.02.2017 – 01.04.2017

Atlanten – Wo ist Elysium, die Insel der Seligen?
Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland
Alfred-Faust-Str. 4, 28279 Bremen
02.01.2017 – 17.02.2017

„Rüste-Wüste“ – Militarismuskritische Bild-Montagen
Anti-Kriegs-Museum
Brüsseler Str. 21, 13353 Berlin
bis 29.01.2017

 

Finissage „Rüste-Wüste“

Finissage der Kunstausstellung „Rüste-Wüste“ und literarisch-musikalische Soirée
am Samstag, 28. Januar 2017, 18 Uhr,
in der Peace Gallery des Anti-Kriegs-Museums,
13353 Berlin-Wedding, Brüsseler Str. 21, Telefon 030 45490110

Es wirken mit:

Rudolph Bauer (Bremen) liest „Flugschriftgedichte“,
begleitet von Bernhard Meier (Berlin) auf der Soloposaune

Begrüßung: Tommy Spree, Anti-Kriegs-Museum

Eintritt frei

ANTI-KRIEGS-MUSEUM, 13353 Berlin, Brüsseler Straße 21 –
unterstützt von der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e. V.

www.anti-kriegs-museum.de
www.bremerfriedensforum.de

„Rüste-Wüste“

… heißt eine Publikation des Bremer Friedensforums mit militarismuskritischen Bild-Montagen des Sozialwissenschaftlers Rudolph Bauer (Bremen), der auch als bildender Künstler tätig ist. Der Titel nimmt Bezug auf den expressionistischen Maler und Dichter Otto Nebel, der den Ersten Weltkrieg an den deutschen Fronten im Osten und Westen überlebt hatte und 1926 die Schrift „Rüste-Wüste“ veröffentlichte. Die Bild-Bild-Bezüge in Bauers Montagen basieren auf Materialien, die den Alltag visuell bestimmen: vor allem auf Fotos, Grafiken, Werbung und anderen Druckerzeugnissen, wie sie in Zeitungen, Zeitschriften, Bildbänden, Prospekten, Katalogen, Plakaten oder im Internet veröffentlicht werden. Bauer will mit seinen Antikriegscollagen auf kritische, satirische oder karikaturistische Weise Stellung beziehen, intervenieren, provozieren, Gewohnheiten in Zweifel ziehen und Veränderungen anmahnen.

Rudolph Bauers Bild-Montagen, die sich nicht immer leicht erschließen lassen, werden begleitet von erläuternden Texten, die der Pastor i. R. Hartmut Drewes beigesteuert hat, der seit Jahrzehnten aktiv in der Friedensbewegung ist. Auf seiner Sinn- und Hintersinn-Suche verortet er die Montagen in der frühen Tradition künstlerischer Arbeiten gegen Militarismus und Krieg, etwa von Käthe Kollwitz oder Otto Dix – um dann die Eigenheiten und Auffälligkeiten der Werke Bauers herauszuarbeiten. Auffällig sei, so Drewes, dass Rudolph Bauer darauf verzichte, „die Grausamkeit des Krieges in den Mittelpunkt zu rücken“. Letztlich gehe es ihm darum, „Relativierung, Verschleierung und Verdrängung des Militarismus und der Militarisierung offenzulegen“, wie sie ins „schöne Leben“, ins Kommerzielle, ja in alle Lebensbereiche mehr oder weniger unauffällig und unbemerkt eindringen; wohl deshalb werden recht häufig Modeaccessoires mit Militärsymbolen, Modells mit Soldaten und Kriegsgerät kombiniert – Verknüpfungen, die Bauer unter „Mode und Mord“ verbucht. Tatsächlich ist Rudolph Bauer bestrebt, mit seinen Bild-Montagen die Ästhetisierung, Verharmlosung und Veralltäglichung des Militärischen zu entlarven. Es ist der Versuch, auf künstlerische Weise – dialektisch- überraschend, verfremdend, subtil oder plakativ – den Prozess der Militarisierung und die Schrecken des Krieges in das „visuell zugemüllte“ Bewusstsein zu heben, um auf diese Weise womöglich Denk- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.
Rolf Gössner (Ossietzky – Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, Nr. 14/2016)

Rudolph Bauer / Hartmut Drewes: „Rüste- Wüste“. Militarismuskritische Bild-Montagen, Rote Reihe_4 des Bremer Friedensforums, 52 Seiten DIN-A-4- Format, Spende erwünscht auf das Konto Ekkehard Lentz (Kennwort: Bremer Friedensforum), IBAN: DE 47 2501 0030 0123 2683 06, BIC: PBNKDEFF. Bestellung per E-Mail unter: info@ bremerfriedensforum.de. Eine Ausstellung von Bauers Montagen wird ab Mitte Oktober im Anti-Kriegs-Museum Berlin gezeigt, Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin (anti-kriegs-museum.de).

 

Ausgewählte Bild-Montagen/Collagen


Atlanten – Wo ist Elysium, die Insel der Seligen?

Ausstellung bis 17.02.2017
Künstlergespräch am 16.01. um 11 Uhr und um 17 Uhr

Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland
Alfred-Faust-Str. 4, 28279 Bremen

Das Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland (BGO) beherbert bis zum 17. Februar 2017 die Ausstellung „Atlanten“ von Rudolph Bauer. Gezeigt werden Bild-Montagen, die auf dem Untergrund von Atlanten entstanden sind.

Bei den Atlanten handelt es sich um ausgemusterte Landkarten, die im Schulunterricht für Erdkunde und Geschichte verwendet wurden. Durch die gestalterische Veränderung mit Collagen, aufgeklebten Ausschnitten von Zeitungen und Journalen, erhalten die Ausstellungsobjekte neue Bedeutungen: Anspielungen auf Historisches und Gegenwärtiges, Bezüge zu Politik, Gesellschaft und Kunst, Bilder von Schrecken und Krieg, von Flucht und Hoffnung.

Die Titel der ausgestellten Atlanten stellen unerwartete Fragen. Beispielsweise: „Wo ist Elysium, die Insel der Seligen?“- „Wo gehen wir ein ins verlorene Paradies?“ – Wo liegt Atlantis, die versunkene Stadt?“ – „Wo führt uns der Weg heim nach Utopia?“.

Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. lebten die Bewohner in Obervieland zum Großteil von der Landwirtschaft. Zum Teil waren sie auch als Steinsetzer und Straßenbauer tätig oder treidelten die auf der Weser fahrenden Handelsschiffe. Daher haben in diesem Stadtteil auch heute noch Landschaften, Flüsse, Straßen und Wege eine besondere Bedeutung.

Die geschichtlichen Besonderheiten des Lebens der Menschen im Umfeld der Ortsteile Habenhausen und Arsten sind für den Bremer Künstler Rudolph Bauer einer der Anknüpfungspunkte seiner Atlanten-Collagen. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist seine Montagen-Ausstellung, die vor genau einem Jahr ebenfalls im BGO gezeigt wurde. Unter dem Titel „Flucht“ thematisierten die damals gezeigten Bild-Montagen das Schicksal der Migranten aus jenen Ländern, die in der jetzigen Ausstellung auf den überklebten Atlanten zum Großteil kaum noch erkennbar sind: verlassenes Land, verlassene Kulturen, zurück gelassene Hoffnungen.