Commedia Divina: Inferno, Purgatorio, Paradiso

Ausstellung vom 16. Februar bis 1. April 2017
in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11-13 Uhr, Mo bis Fr 16-20 Uhr

Die drei Ausstellungsräume der Villa Ichon am Goetheplatz zeigen vom 16. Februar bis 1. April eine Installation zu Texten der Göttlichen Komödie des italienischen Dichters und Philosophen Dante Alighieri. Dante wurde 1265 in Florenz geboren. In seiner Geburtsstadt bekleidete er hohe politische Ämter. Als politisch Verfolgter musste er 1301 seine Geburtsstadt verlassen. 1307 – vor genau 710 Jahren, woran die Ausstellung erinnert – begann er mit der Niederschrift der 1320 vollendeten „Divina Commedia“. 1321 ist der Exil-Politiker und Schriftsteller in Ravenna gestorben.

Der von Dante gewählte Titel „Commedia“ deutet – anders als heute Komödie oder Comedy – auf den glücklichen Ausgang der literarischen Jenseitswanderung hin, die er in Begleitung des römischen Dichters Vergil unternommen hat. Der Gang führte ihn vom „Inferno“ in das „Purgatorio“ und von dort in das „Paradiso“: von der Hölle über den Läuterungsberg in den Himmel. Das lobende Beiwort „göttlich“ bekam die „Commedia“ erst später durch den italienischen Schriftsteller Giovanni Boccaccio (1313-1375), der damit würdigte, dass Dantes bedeutendstes Werk der Dichtkunst nicht, wie es damals üblich war, auf Latein verfasst war, sondern in der italienischen Volkssprache, also auch der gesamten Bevölkerung zugänglich.

Die Göttliche Komödie ist nicht nur ein großartiges und viel bewundertes Werk der italienischen, europäischen und Weltliteratur. Sie stellte ursprünglich eine Art poetische Abrechnung des im Exil lebenden Dante mit seinen geistlichen und politischen Gegnern dar, mit der Kirche und den weltlichen Herrschern. Dieser Aspekt der „Commedia“ ist eine der Brücken zwischen Dantes Werk und der Gegenwart, auf die es dem ausstellenden Künstler in besonderer Weise ankommt. In den „Inferno“- und „Purgatorio“-Räumen der Villa Ichon stellt Rudolph Bauer eine Vielzahl von Bildmontagen aus, die in kritischer Absicht auf einzelne Persönlichkeiten der Politik und auf besondere politische Ereignisse im 20. und begonnenen 21. Jahrhundert Bezug nehmen. Im dritten Raum werden Arbeiten auf Papier gezeigt, die im Gegensatz zu den Exponaten in den vorausgehenden Räumen in buntfarbig schwebender Weise eine spirituelle Dimension sichtbar machen, wie sie von Dante im Paradies-Teil seiner „Commedia“ besungen wird.

Den Bildern sind als Titel Textstellen aus unterschiedlichen Übersetzungen der „Commedia“ ins Deutsche beigegeben, ausgewählt durch den ausstellenden Künstler. Zu den Übertragungen aus dem Italienischen gehören neben wortgetreuen Prosatexten literarische Nachdichtungen von Stefan George (1868-1933) und Otto Gildemeister (1823-1902), des Bremer Schriftstellers, Senators und Bürgermeisters.

Ein besonderes Merkmal der Kunstausstellung, die am 16. Februar um 19:30 Uhr eröffnet wird, sind ihre vielfältigen Bezüge, die sich auf der Grundlage des visuellen Materials und Texte herstellen lassen: der Zusammenhang zwischen der Zeit Dantes und heute, zwischen Himmel und Hölle, Schrecken und Glück, Diesseits und Jenseits, Macht und Exil, Politik und Literatur, der Schriftstellerei und der bildenden Kunst, Italien und Deutschland, den Übersetzern und Autoren der europäischen, der deutschen und der bremischen Literaturgeschichte.

Finissage „Rüste-Wüste“

Finissage der Kunstausstellung „Rüste-Wüste“ und literarisch-musikalische Soirée
am Samstag, 28. Januar 2017, 18 Uhr,
in der Peace Gallery des Anti-Kriegs-Museums,
13353 Berlin-Wedding, Brüsseler Str. 21, Telefon 030 45490110

Es wirken mit:

Rudolph Bauer (Bremen) liest „Flugschriftgedichte“,
begleitet von Bernhard Meier (Berlin) auf der Soloposaune

Begrüßung: Tommy Spree, Anti-Kriegs-Museum

Eintritt frei

ANTI-KRIEGS-MUSEUM, 13353 Berlin, Brüsseler Straße 21 –
unterstützt von der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e. V.

www.anti-kriegs-museum.de
www.bremerfriedensforum.de

„Rüste-Wüste“

… heißt eine Publikation des Bremer Friedensforums mit militarismuskritischen Bild-Montagen des Sozialwissenschaftlers Rudolph Bauer (Bremen), der auch als bildender Künstler tätig ist. Der Titel nimmt Bezug auf den expressionistischen Maler und Dichter Otto Nebel, der den Ersten Weltkrieg an den deutschen Fronten im Osten und Westen überlebt hatte und 1926 die Schrift „Rüste-Wüste“ veröffentlichte. Die Bild-Bild-Bezüge in Bauers Montagen basieren auf Materialien, die den Alltag visuell bestimmen: vor allem auf Fotos, Grafiken, Werbung und anderen Druckerzeugnissen, wie sie in Zeitungen, Zeitschriften, Bildbänden, Prospekten, Katalogen, Plakaten oder im Internet veröffentlicht werden. Bauer will mit seinen Antikriegscollagen auf kritische, satirische oder karikaturistische Weise Stellung beziehen, intervenieren, provozieren, Gewohnheiten in Zweifel ziehen und Veränderungen anmahnen.

Rudolph Bauers Bild-Montagen, die sich nicht immer leicht erschließen lassen, werden begleitet von erläuternden Texten, die der Pastor i. R. Hartmut Drewes beigesteuert hat, der seit Jahrzehnten aktiv in der Friedensbewegung ist. Auf seiner Sinn- und Hintersinn-Suche verortet er die Montagen in der frühen Tradition künstlerischer Arbeiten gegen Militarismus und Krieg, etwa von Käthe Kollwitz oder Otto Dix – um dann die Eigenheiten und Auffälligkeiten der Werke Bauers herauszuarbeiten. Auffällig sei, so Drewes, dass Rudolph Bauer darauf verzichte, „die Grausamkeit des Krieges in den Mittelpunkt zu rücken“. Letztlich gehe es ihm darum, „Relativierung, Verschleierung und Verdrängung des Militarismus und der Militarisierung offenzulegen“, wie sie ins „schöne Leben“, ins Kommerzielle, ja in alle Lebensbereiche mehr oder weniger unauffällig und unbemerkt eindringen; wohl deshalb werden recht häufig Modeaccessoires mit Militärsymbolen, Modells mit Soldaten und Kriegsgerät kombiniert – Verknüpfungen, die Bauer unter „Mode und Mord“ verbucht. Tatsächlich ist Rudolph Bauer bestrebt, mit seinen Bild-Montagen die Ästhetisierung, Verharmlosung und Veralltäglichung des Militärischen zu entlarven. Es ist der Versuch, auf künstlerische Weise – dialektisch- überraschend, verfremdend, subtil oder plakativ – den Prozess der Militarisierung und die Schrecken des Krieges in das „visuell zugemüllte“ Bewusstsein zu heben, um auf diese Weise womöglich Denk- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.
Rolf Gössner (Ossietzky – Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, Nr. 14/2016)

Rudolph Bauer / Hartmut Drewes: „Rüste- Wüste“. Militarismuskritische Bild-Montagen, Rote Reihe_4 des Bremer Friedensforums, 52 Seiten DIN-A-4- Format, Spende erwünscht auf das Konto Ekkehard Lentz (Kennwort: Bremer Friedensforum), IBAN: DE 47 2501 0030 0123 2683 06, BIC: PBNKDEFF. Bestellung per E-Mail unter: info@ bremerfriedensforum.de. Eine Ausstellung von Bauers Montagen wird ab Mitte Oktober im Anti-Kriegs-Museum Berlin gezeigt, Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin (anti-kriegs-museum.de).

 

Ausgewählte Bild-Montagen/Collagen

Atlanten – Wo ist Elysium, die Insel der Seligen?

Ausstellung bis 17.02.2017
Künstlergespräch am 16.01. um 11 Uhr und um 17 Uhr

Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland
Alfred-Faust-Str. 4, 28279 Bremen

Das Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland (BGO) beherbert bis zum 17. Februar 2017 die Ausstellung „Atlanten“ von Rudolph Bauer. Gezeigt werden Bild-Montagen, die auf dem Untergrund von Atlanten entstanden sind.

Bei den Atlanten handelt es sich um ausgemusterte Landkarten, die im Schulunterricht für Erdkunde und Geschichte verwendet wurden. Durch die gestalterische Veränderung mit Collagen, aufgeklebten Ausschnitten von Zeitungen und Journalen, erhalten die Ausstellungsobjekte neue Bedeutungen: Anspielungen auf Historisches und Gegenwärtiges, Bezüge zu Politik, Gesellschaft und Kunst, Bilder von Schrecken und Krieg, von Flucht und Hoffnung.

Die Titel der ausgestellten Atlanten stellen unerwartete Fragen. Beispielsweise: „Wo ist Elysium, die Insel der Seligen?“- „Wo gehen wir ein ins verlorene Paradies?“ – Wo liegt Atlantis, die versunkene Stadt?“ – „Wo führt uns der Weg heim nach Utopia?“.

Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. lebten die Bewohner in Obervieland zum Großteil von der Landwirtschaft. Zum Teil waren sie auch als Steinsetzer und Straßenbauer tätig oder treidelten die auf der Weser fahrenden Handelsschiffe. Daher haben in diesem Stadtteil auch heute noch Landschaften, Flüsse, Straßen und Wege eine besondere Bedeutung.

Die geschichtlichen Besonderheiten des Lebens der Menschen im Umfeld der Ortsteile Habenhausen und Arsten sind für den Bremer Künstler Rudolph Bauer einer der Anknüpfungspunkte seiner Atlanten-Collagen. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist seine Montagen-Ausstellung, die vor genau einem Jahr ebenfalls im BGO gezeigt wurde. Unter dem Titel „Flucht“ thematisierten die damals gezeigten Bild-Montagen das Schicksal der Migranten aus jenen Ländern, die in der jetzigen Ausstellung auf den überklebten Atlanten zum Großteil kaum noch erkennbar sind: verlassenes Land, verlassene Kulturen, zurück gelassene Hoffnungen.

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„koana deaf woana“

Ausstellung und musikalisch-literarischer Abend
zur Erinnerung an Alois Segerer (*9.9.1939 +11.11.2015)
Preisträger des Herwig-Weber-Preises München

Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr
im Kunstkombinat (Kunstverein Amberg e.V.)
Neustift 47, 92224 Amberg

Hanne Geng und Wolfgang Gerner
zeigen künstlerische Arbeiten zu Texten von A.S.

Rudolph Bauer
liest Gedichte und Aphorismen von A.S.

Eckard Henscheid, Fips Neutsch u.a.
erzählen Anekdoten aus dem Leben des A.S.

Eberhard Drewniok, Uli Wähner und Freunde
gestalten den musikalischen Rahmen

Ausstellung geöffnet auch am 10.12 und 11.12 jeweils 15–18 Uhr

„Wir leben mitten im Krieg“ –  Kann es eine „Querfront von links“ geben?

Donnerstag 27. Oktober, 20 Uhr, Club Voltaire, Frankfurt a. M.

Finissage der Ausstellung „Wir leben mitten im Krieg“ 

Rudolph Bauer, dessen antimilitaristische Bild-Montagen im Club Voltaire zu sehen sind, räsonniert zum Ende der Ausstellung aus sozialwissenschaftlicher Sicht über den Querfront-Vorwurf der Bürgerlichen: Woher stammt der Begriff? Was bedeutet er? Wer verwendet ihn? Was wird damit bezweckt? Kann vermieden werden, in die Querfront-Falle zu geraten? Wie lässt sich die Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen führen?

www.club-voltaire.de
Öffnungszeiten:
Mo – Sa von 18:00 bis 01:00 Uhr

 

Neoliberale Gehirnwäsche durch den Bertelsmann-Konzern und seine Stiftung

Wie wir entmündigt und entmutigt werden

Samstag, 22. Oktober 2016, 16 Uhr

Einladung zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Referent: Rudolph Bauer

FreidenkerZentrum, Bayenstraße 11, 50678 Köln
(erreichbar mit der KVB Bahn Linie 15 u. 16 Haltestelle “Ubierring” bzw. KVB Bus Linie 133 Haltestelle “Rheinauhafen”)

Der Name Bertelsmann steht für einen international tätigen Konzern in den Bereichen Medien (z.B. Penguin Random House, RTL, Gruner + Jahr), Bildung (Bertelsmann Education Group ) und Dienstleistung.

Teil dieses Imperiums ist eine gemeinnützige Stiftung gleichen Namens mit Sitz in Gütersloh. Mittels diverser von ihr gegründeten Organisationen (Centrum für angewandte Politikforschung (CAP), Centrum für Krankenhausmanagement (CKM), Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) etc.) nimmt sie Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger in allen innenund aussenpolitischen Bereichen. So wurden die politischen Richtlinien für die Zerschlagung der Sozialversicherungssysteme ebenso von der Stiftung formuliert wie die für die Privatisierung von Forschung und Lehre.

Die ideologische Begleitmusik wird dabei gleich mitgeliefert und über die Medien des BertelsmannKonzerns verbreitet. Hierzu werden Begriffe mit positivem Image sozial, fortschrittlich, innovativ, alternativ in ihr Gegenteil verkehrt, um dem Wahlvolk einschneidende Verschlechterungen des alltäglichen Lebens als alternativlose Massnahmen zu verkaufen. Unter dem Strich bleibt eine gnadenlos geführte Kampagne für die Kapitalisierung und Militarisierung aller Lebensbereiche. Ziel ist die Erzeugung von Sprachlosigkeit von unten.

In seinem Vortrag wird Rudolph Bauer die Mechanismen aufzeigen, mit denen der BertelsmannKonzern unser Leben bestimmt. Denn in den öffentlichen Debatten müssen wir ja viele Begriffe wieder neu besetzen, um eine gemeinsame Sprache für Gegenwehr zu entwickeln.

Rudolph Bauer ist Politikwissenschaftler, Schriftsteller und Bildender Künstler. Von 1972 bis 2002 war er Professor für Wohlfahrtspolitik und Soziale Dienstleistungen im Studiengang Sozialarbeitswissenschaft an der Universität Bremen.

EINTRITT FREI – SPENDEN WILLKOMMEN

Deutscher FreidenkerVerband, Landesverband NordrheinWestfalen e.V.

Vorsitzende: Brigitte Streicher
Internet: nordrhein-westfalen.freidenker.org

Einladung als PDF

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Krieg um die Köpfe – Feldzug gegen die Freiheit

Die Rolle der Think Tanks und das Beispiel „Bertelsmann“

Dienstag, 25. Oktober 2016, 20 Uhr

Vortrag und Diskussion
mit Prof. Dr. Rudolph Bauer (Bremen)
Veranstalter: Linkes Forum Paderborn

Kulturwerkstatt, Cafeteria, Bahnhofstraße 64, Paderborn

Die Militarisierung der Gesellschaft nimmt immer deutlicher Gestalt an: In den Kinderzimmern gibt es Kriegsspiele am PC. In den Schulen werben Jugendoffiziere für den Dienst an der Waffe. In den Arbeitsämtern liegen Prospekte für den Soldatenberuf aus. Das Militär hat nicht nur eigene Bundeswehr-Hochschulen, es schickt sich jetzt auch an, die zivilen Hochschulen zu erobern: durch Aufträge für Militärforschung, durch Stiftungsprofessuren aus der Rüstungsindustrie, durch Kooperationsverträge in Lehre und Ausbildung. Zur Vorbereitung auf einen Krieg sollen Lebensmittel gehortet werden. In den Medien wird – wie immer vor Kriegen – kriegspropagandistische Hetze verbreitet. Es werden Feindbilder geschaffen. Als einzige Antwort auf Terror, Vertreibung, Rohstoffmangel und Piraterie wird mit dem Militär gedroht, wird mit den Waffen gerasselt, soll mit kriegerischen Mitteln eine „neue Weltordnung“ geschaffen werden.

Militarisierung findet statt im Krieg um die Köpfe und im Feldzug gegen die Freiheit in der Forschung, in den Medien, in den Bildungseinrichtungen, in Kirchen und Gewerkschaften, in der Zivilgesellschaft. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Think Tanks. In diesen Denkfabriken werden Meinungen vorgestanzt und Meinungsführerschaften entwickelt, Bewusstseinsmarken kreiert, Trends erprobt, Begriffe umgepolt, ideologische Strömungen gesteuert und öffentliche Kampagnen konzipiert. In den Think Tanks reifen die ideologischen Voraussetzungen heran, um Menschen auf den Krieg einzustimmen und vorzubereiten: als Täter in Uniform wie auch als zivile Opfer. Eines der herausragenden Beispiele für einen solchen Think Tank ist die als gemeinnützig anerkannte Bertelsmann-Stiftung in Bielefeld – eine besonders perfide Agentur des gleichnamigen Medienkonzerns.

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Wir leben mitten im Krieg – Militarismuskritische Bild-Montagen

Vom 26. September bis 27. Oktober 2016

Ausstellung im Club Voltaire, 60313 Frankfurt/Main, Kleine Hochstraße 5 (Tel. 069 29 24 08 und 069 21 99 93 11)

Vernissage mit Vortrag und Lesung am 26. September 2016, 19:30 Uhr
Eintritt frei

[Aus dem Ankündigungstext im Programm des „Club Voltaire“:]

Rudolph Bauer war als Hochschullehrer in Bremen tätig und mischte sich mit sozialkritischen Veröffentlichungen in die politischen Debatten ein. Seine aktuellen Arbeiten beziehen sich nicht nur auf die Forschung zur „Militarisierung im Digitalen Zeitalter“, die bis in unseren Alltag reicht, sondern auch auf die künstlerische Kritik an der Aufrüstung in Form von Bild-Montagen und Gedichten. In der Ausstellung scheinen die Bilder auf den ersten Blick eine heile Welt abzubilden. Dann aber – manchmal plakativ und manchmal versteckt – zeigen sie irritierende Brüche. Auch Bauers Gedichte drücken die Bedrohung auf subtile Weise aus: Wir leben mitten im Krieg, merken es aber gar nicht.

 

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„Rüste-Wüste“ – Militarismuskritische Bild-Montagen

Vom 14. Oktober 2016 bis 28. Januar 2017

AUSSTELLUNG im ANTI-KRIEGS-MUSEUM, 13353 Berlin, Brüsseler Straße 21 –
unterstützt von der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e. V.

Vernissage und Katalogpräsentation am 14. Oktober 2016, 18:00 Uhr
Begrüßung durch Tommy Spree, Anti-Kriegs-Museum

Grußwort: MdB und Schirmfrau Dr. Eva Högl, SPD / Berlin-Mitte

Ansprache: Heinz Plehn, IDK – Internationale der Kriegsdienstgegner/innen
Einführende Worte zur Ausstellung: Hartmut Drewes, Sprecher des Bremer Friedensforums

Lesung aus „Rüste-Wüste“ und „Zuginsfeld“ von Otto Nebel: Peter Abromeit

www.anti-kriegs-museum.de
www.bremerfriedensforum.de

„Rüste-Wüste“

… heißt eine Publikation des Bremer Friedensforums mit militarismuskritischen Bild-Montagen des Sozialwissenschaftlers Rudolph Bauer (Bremen), der auch als bildender Künstler tätig ist. Der Titel nimmt Bezug auf den expressionistischen Maler und Dichter Otto Nebel, der den Ersten Weltkrieg an den deutschen Fronten im Osten und Westen überlebt hatte und 1926 die Schrift „Rüste-Wüste“ veröffentlichte. Die Bild-Bild-Bezüge in Bauers Montagen basieren auf Materialien, die den Alltag visuell bestimmen: vor allem auf Fotos, Grafiken, Werbung und anderen Druckerzeugnissen, wie sie in Zeitungen, Zeitschriften, Bildbänden, Prospekten, Katalogen, Plakaten oder im Internet veröffentlicht werden. Bauer will mit seinen Antikriegscollagen auf kritische, satirische oder karikaturistische Weise Stellung beziehen, intervenieren, provozieren, Gewohnheiten in Zweifel ziehen und Veränderungen anmahnen.

Rudolph Bauers Bild-Montagen, die sich nicht immer leicht erschließen lassen, werden begleitet von erläuternden Texten, die der Pastor i. R. Hartmut Drewes beigesteuert hat, der seit Jahrzehnten aktiv in der Friedensbewegung ist. Auf seiner Sinn- und Hintersinn-Suche verortet er die Montagen in der frühen Tradition künstlerischer Arbeiten gegen Militarismus und Krieg, etwa von Käthe Kollwitz oder Otto Dix – um dann die Eigenheiten und Auffälligkeiten der Werke Bauers herauszuarbeiten. Auffällig sei, so Drewes, dass Rudolph Bauer darauf verzichte, „die Grausamkeit des Krieges in den Mittelpunkt zu rücken“. Letztlich gehe es ihm darum, „Relativierung, Verschleierung und Verdrängung des Militarismus und der Militarisierung offenzulegen“, wie sie ins „schöne Leben“, ins Kommerzielle, ja in alle Lebensbereiche mehr oder weniger unauffällig und unbemerkt eindringen; wohl deshalb werden recht häufig Modeaccessoires mit Militärsymbolen, Modells mit Soldaten und Kriegsgerät kombiniert – Verknüpfungen, die Bauer unter „Mode und Mord“ verbucht. Tatsächlich ist Rudolph Bauer bestrebt, mit seinen Bild-Montagen die Ästhetisierung, Verharmlosung und Veralltäglichung des Militärischen zu entlarven. Es ist der Versuch, auf künstlerische Weise – dialektisch- überraschend, verfremdend, subtil oder plakativ – den Prozess der Militarisierung und die Schrecken des Krieges in das „visuell zugemüllte“ Bewusstsein zu heben, um auf diese Weise womöglich Denk- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.
Rolf Gössner (Ossietzky – Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, Nr. 14/2016)

Rudolph Bauer / Hartmut Drewes: „Rüste- Wüste“. Militarismuskritische Bild-Montagen, Rote Reihe_4 des Bremer Friedensforums, 52 Seiten DIN-A-4- Format, Spende erwünscht auf das Konto Ekkehard Lentz (Kennwort: Bremer Friedensforum), IBAN: DE 47 2501 0030 0123 2683 06, BIC: PBNKDEFF. Bestellung per E-Mail unter: info@ bremerfriedensforum.de. Eine Ausstellung von Bauers Montagen wird ab Mitte Oktober im Anti-Kriegs-Museum Berlin gezeigt, Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin (anti-kriegs-museum.de).

 

Ausgewählte Bild-Montagen/Collagen

Gemeinnutz schafft Eigennutz – Wie Stiftungen und Unternehmen die Demokratie abschaffen: Der Fall Bertelsmann

1. (Mi) Juni 2016, Beginn 18:00 Uhr

JOUR FIXE der Gewerkschaftslinken in Hamburg, CURIOHAUS (Hofdurchgang),  Rothenbaumchausee 15
Veranstaltung mit Rudolph Bauer, Bremen

AUS DER ANKÜNDIGUNG: Der Name Bertelsmann steht sowohl für eine gemeinnützige Stiftung als auch für ein weltweites Unternehmen mit Stammsitz in Gütersloh, Nordrhein-Westfalen. Die Stiftung besitzt mehr als zwei Drittel der Anteile des Unternehmens. Wegen ihrer Gemeinnützigkeit kann die Stiftung dem Unternehmen daher riesige Steuervorteile verschaffen. Ein Teil der auf diese Weise der Allgemeinheit vorenthaltenen Millionen fließt in die Stiftung, deren gemeinnütziges Mäntelchen dazu dient, die eigennützigen Ziele des Unternehmens vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Kurz: Gemeinnutz schafft Eigennutz, d. h. Steuervorteile, Profite, den Zugang zu politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern sowie einen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss, der keiner demokratischen Kontrolle unterliegt.

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